Es gibt Wege, denen man folgt…
und andere, die einen begleiten.
Das Lungomare gehört zu Letzteren.
Mehr als 12 Kilometer zwischen Volosko und Lovran…
doch hier geht es nicht um eine Strecke, die man zurücklegt.
Sondern um einen Moment, den man durchlebt.
Schon bei den ersten Schritten in Volosko verändert sich etwas.
Die Luft trägt den Duft von Salz, warmem Stein und langsam erwachender Küche.
Die Boote schaukeln sanft, fast lautlos…
und das leise Plätschern des Wassers im Hafen gibt den Takt vor.
Man geht noch nicht wirklich.
Man kommt an.
Dann öffnet sich der Weg…
und das Licht tritt ein.
Die Sonne fällt durch die Pinien und zeichnet bewegte Schatten auf den Boden.
Jeder Schritt wechselt zwischen Wärme und Frische…
wie ein Atemzug.
Die Villen erscheinen, diskret und doch eindrucksvoll.
Pastellfarbene Fassaden, schmiedeeiserne Balkone, halb geschlossene Fensterläden…
als würden sie noch immer die Zeit beobachten.
Hier und da lässt ein offenes Tor einen vergessenen Garten erahnen.
Stufen führen hinunter zum Meer…
und für einen Moment fragt man sich, wer hier vor uns gegangen ist.
Das Meer verlässt den Blick nie wirklich.
Es kommt näher, fast greifbar.
Man hört deutlich, wie das Wasser gegen den Stein schlägt, in einem gleichmäßigen… fast beruhigenden Rhythmus.
Dann verschwindet es hinter einem Felsen, einer Pinie, einer Kurve…
nur um wiederzukehren, immer anders.
Man passiert kleine Marinas, Holzstege, gespannte Seile…
und diese stillen Boote, die ebenfalls zu warten scheinen.
Und dann erscheint Opatija, ganz ohne Bruch.
Etwas mehr Leben, ein paar Stimmen, klirrende Gläser auf Terrassen…
doch nie störend.
Hier bleibt selbst die Lebendigkeit sanft.
Der Blick zieht zum Horizont…
und plötzlich ist sie da.
Das Mädchen mit der Möwe.
Allein auf ihrem Felsen, dem offenen Meer zugewandt, unbeweglich im Wind…
als würde sie warten.
Oder vielleicht einfach nur schauen, so wie wir.
Man wird langsamer.
Man bleibt oft stehen.
Nicht, um ein Foto zu machen…
sondern weil der Moment Stille verlangt.
Dann geht der Weg weiter.
Die Schritte werden regelmäßiger, fast automatisch.
Das Geräusch der Schritte auf dem Stein, der Atem, der Wind…
alles fügt sich zusammen.
Manchmal führt eine Treppe hinunter zu einer versteckten Bucht.
Das Wasser ist klarer, ruhiger…
und die Zeit scheint stillzustehen.
Andernorts genügt eine einfache Bank mit Blick aufs Meer.
Man setzt sich „nur kurz“…
und bleibt länger als geplant.
Die Gerüche verändern sich leicht.
Kiefer, Meer, manchmal ein Hauch Sonnencreme…
feine Details, kaum wahrnehmbar, aber präsent.
Je näher man Lovran kommt, desto ruhiger wird es.
Weniger Menschen, mehr Raum…
die Stille wird fast greifbar.
Man hört mehr das Meer als die Schritte.
Mehr den Wind als die Stimmen.
Und ohne genau zu wissen wann…
merkt man, dass man nicht mehr schaut.
Man fühlt.
Das Lungomare endet nicht wirklich.
Es bleibt einfach zurück.
Wie ein leichtes, fast unsichtbares Gefühl…
das noch lange bleibt.
Und Sie…
👉 würden Sie gehen, um zu sehen… oder um zu fühlen ?
Kommentare
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